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Oktober 2017

Immergrün und schnittverträglich: Kompakte Zwerggehölze als Buchsbaumersatz

Der Buchsbaum (Buxus) wird seit Jahrhunderten als Formgehölz in der Gartengestaltung eingesetzt. Was wären die Blumen- und Gemüsebeete der Bauerngärten ohne die typischen, niedrigen Einfassungen? Was die Barockgärten ohne die Arabesken aus immergrünen Buchsbaumhecken? Und was die modernen Gärten ohne die Sträucher, die kunstvoll zu Kugeln, Kegeln oder Spiralen gearbeitet wurden? Buchsbäume haben dichtes Blattwerk, sind winterhart, extrem schnittverträglich und wachsen langsam. Mit ihnen lassen sich Flächen auf attraktive Weise begrenzen und einrahmen und auch als in Form geschnittenes Solitärgehölz haben sie eine große Wirkung. Kein Wunder also, dass sich der Buchsbaum großer Beliebtheit erfreut.

In den letzten Jahren hatte es der Buxus allerdings nicht leicht, denn eine neue Krankheit und ein eingeschleppter Schädling haben in vielen Gärten große Schäden angerichtet: Das sogenannte Buchsbaum-Triebsterben ist eine durch einen Pilz (Cylindrocladium buxicola) verursachte Krankheit, die einen starken Blattfall sowie das Absterben junger Triebe verursacht und die Sträucher schnell unansehnlich werden lässt. In einigen Regionen Deutschlands ist außerdem der lästige Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ein großes Problem. Die gefräßigen Raupen machen sich über die Blätter her und verwandeln die Gehölze innerhalb von wenigen Tagen in ein Gerippe. Besonders aktiv ist der wärmeliebende Zünsler in den Regionen mit mildem Klima, etwa dem Rheinland und dem Rhein-Main-Gebiet. Hier raten viele Landschaftsgärtner ihren Kunden bereits generell von der Pflanzung neuer Buchsbäume ab, denn die Bekämpfung des Schädlings ist mit hohem Aufwand verbunden. Stattdessen empfehlen sie, bei der Gartengestaltung auf andere immergrüne, schnittverträgliche Gehölze zurückzugreifen.

Stechpalmen ohne Stacheln

Als Alternative zum Buxus setzen die Experten für Garten und Landschaft beispielswiese die Japanische Stechpalme (Ilex crenata) immer häufiger ein. Da sie von Laien vom Buchsbaum kaum zu unterscheiden ist, wird der niedrige Strauch heute sogar häufig für historische Pflanzungen in Parks und Schlossgärten gewählt. Wer genau hinsieht, entdeckt den Unterschied anhand der Blattstellung: Beim Buchsbaum stehen sich immer zwei Blätter genau gegenüber, bei der Japanischen Stechpalme sind sie versetzt. Außerdem weist das Ilexlaub zumeist einen stärkeren Glanz auf.

Im Gegensatz zur heimischen Stechpalme sind die Blätter der Ilex crenata klein und ungestachelt. Es sind verschiedene Sorten erhältlich, die sich in der Blattfarbe und im Wuchsverhalten unterscheiden. 'Convexa' und 'Green Hedge' mit ihren ovalen, dunkelgrünen Blättern kommen dem Erscheinungsbild von Buchsbaum am nächsten. Aber auch die anderen haben ihre Reize. 'Golden Gem' beispielsweise kann mit seinem goldgelben Laub eine interessante Note in den Garten bringen. Die langsamwüchsige Japanische Stechpalme lässt sich gut in Form schneiden und ist für Hecken bis 80 Zentimeter perfekt. Die Pflanzen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standort und einen eher sauren, lockeren und humusreichen Boden. Kalkhaltigen Erden wird deshalb vor der Pflanzung vom Landschaftsgärtner Torf oder Torfersatz beigemischt, schwere Böden werden zusätzlich mit Sand aufgelockert.

Alternativen mit Mehrwert

Je nach Standortbedingungen empfehlen die Experten für Garten und Landschaft auch andere Gehölze als Buchsbaumalternative. Einige unterscheiden sich optisch zwar vom "Original", sie alle bleiben aber auch in der kalten Jahreszeit grün, sind gut schnittverträglich und somit für die Gartengestaltung nicht nur ein Ersatz, sondern auch eine echte Bereicherung.

Ein klassisches Gehölz für Beeteinfassungen und Hecken ist beispielsweise der Zwerg-Liguster (Ligustrum vulgare). Er wird nur maximal einen Meter hoch, bleibt kompakt und übersteht auch strengen Frost. Der Liguster gehört nicht zu den immergrünen sondern den sogenannten wintergrünen Pflanzen, das heißt, er verliert sein Laub im Frühling, kurz bevor das neue austreibt. Die Blätter sind deutlich größer als die vom Buchsbaum. Grundsätzlich stellt der Zwerg-Liguster keine hohen Ansprüche an seinen Standort, in zu schattiger Lage, besteht jedoch die Gefahr, dass die unteren Zweige verkahlen. Ein ähnliches Lichtbedürfnis hat die Heckenmyrte (Lonicera nitida), die sich für Einfassungen bis etwa 80 Zentimeter Höhe eignet. Ihre Blätter ähneln dem Buchsbaum, vom Wuchs her ist der Kleinstrauch allerdings etwas kompakter und buschiger. Die Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia) bleibt mit etwa einem halben Meter sehr klein, ist aber eine robuste Buxus-Alternative, die auch an etwas schwierigen Standorten gut zurechtkommt. Durch den zwergigen, dichtbuschigen Wuchs eignet sie sich sowohl für niedrige Hecken als auch für die Einzelstellung in Beeten und Steingärten.

Optisch unterscheidet sich die Zwerg-Eibe (Taxus baccata) recht deutlich vom Buxus, denn sie trägt keine Blätter sondern dunkelgrüne Nadeln. Dennoch kann auch sie als Alternativgehölz zum Einsatz kommen. Zumal sie ähnlich dicht und langsam wie der Buchsbaum wächst und auch eine vergleichbare Boden- und Standorttoleranz hat. Auch 'Bloombux', eine Sorte des Kleinblättrigen Rhododendron (Rhododendron mictranthum), ist ideal als immergrüne Heckenpflanze und lässt sich zudem durch Formschnitt auch in dekorative Kugeln verwandeln. Anders als der Buchsbaum zeigt der Rhododendron neben seinem immergrünen Blattwerk im Frühling auch hübschen, rosafarbenen Blütenschmuck. Landschaftsgärtner empfehlen, den jährlichen Formschnitt bei diesen Gehölzen direkt nach der Blüte im Mai durchzuführen. Denn sonst würden sie einen großen Teil ihrer danach neu angelegten Knospen verlieren und die Pracht im Folgejahr würde deutlich geringer ausfallen. Im Unterschied zum klassischen Rhododendron entwickelt sich 'Bloombux' auch auf kalkhaltigen Böden und an sonnigen Standorten gut.

BGL

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